Peterskirche in Wäldern

Peterskirche bei Wäldern
Seit fast sechs Jahrzehnten trotzt die kleine Peterskirche bei Wäldern nun schon Wind und Wetter. Sie ist für die einheimische Bevölkerung aber auch für viele Urlaubsgäste ein Ort der Ruhe und Besinnung. Wegen ihrer idyllischen Lage inmitten des Naturparks ist die Peterskirche besonders bei Brautleuten sehr beliebt. In den Sommermonaten läuten oft die Hochzeitsglocken über dem Steinwald.
Bereits Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde darüber nachgedacht, in Wäldern eine Kirche zu errichten. Da es in dieser Zeit keine Fahrgelegenheit gab, mussten die Menschen in den abgelegenen Dörfern oft mehr als eine Stunde laufen, um den Sonntagsgottesdienst besuchen zu können. So entschlossen sich die Steinwälder ihren Wunsch dem Stadtpfarrer von Erbendorf Johann Nepomuk Heigl vorzutragen. Nachdem sich der Pfarrer die Anliegen angehört hatte sagte er gut gelaunt: „Ja ihr Steinwälder seid schlau; – a Schul’ habt’s, a Wirtshaus habt’s und jetzt braucht’s nu a Kirchn“. So fing es an. Die Bevölkerung wurde sich einig: es sollte zwischen der Schule und dem Wirtshaus in Wäldern eine kleine Kirche gebaut werden. Ein Sparbuch wurde angelegt und für die Grundmauern hatten die Nachbarn schon einen Haufen Feldsteine angefahren.

Peterskirche Innen
Doch mit der Machtergreifung Hitlers 1933 schlief das Vorhaben zunächst ein. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam wieder Bewegung in die Angelegenheit. Es war wohl schon immer so, nach einer harten, schweren Zeit voll Elend und Not, dankt man Gott, dass alles wieder vorüber ist. So kam 1946 wieder etwas Lebensmut in die Bevölkerung. In Erbendorf war mittlerweile Josef Hofmann Stadtpfarrer. Er hatte schon mehrere Kirchen gebaut. Als er hörte, dass auch die Steinwälder gerne ein Gotteshaus haben möchten, hielt er auf deren Verlangen in der Gastwirtschaft Lochner in Wäldern eine Versammlung ab. Stadtpfarrer Hofmann legte es der Bevölkerung ans Herz: „Wenn wir eine Kirche bauen wollen, müssen wir anpacken, denn jetzt ist die günstigste Zeit“. Alles Nötige wurde in die Wege geleitet. Die Firma Bauer aus Erbendorf sollte das Bauprojekt übernehmen. Durch Haussammlungen wurde in den umliegenden Ortschaften Geld zusammengetragen. Die Steinhauer gingen an die Arbeit – eine schwere Arbeit die große Menge an Granitsteinen herzustellen. Aus den verstreut liegenden Steinbrüchen wurde das Material mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken zur Baustelle geschafft. Anfang 1947 begann die Firma Wilhelm und Josef Bauer aus Erbendorf mit dem Bau. Am 24. August konnte die Grundsteinlegung gefeiert werden. Im Herbst 1947 wurde wegen Frost und schlechtem Wetter der Bau eingestellt. Bis dahin waren rund 25000 Reichsmark verbaut. Im Frühjahr wollte man mit frischen Kräften weiterbauen. Es standen noch 30000 Reichsmark zur Verfügung.

Aber es kam wieder anders als geplant. Der Bau wurde nicht fortgesetzt, da bereits von einer baldigen Geldentwertung gesprochen wurde. Und so kam es dann auch im Juni 1948: Die Währungsreform kam und das angesparte Guthaben war plötzlich nur einen Bruchteil wert. Wie sollte es nun weiter gehen? Bald wuchsen Brennnesseln und Unkraut aus dem umrandeten Kirchenschiff; es sah aus wie eine Ruine. So kam der Winter 1948/49. Wind und Wetter gingen über die Mauern hinweg. Stadtpfarrer Josef Hofmann kam wieder zu den Steinwäldern. „Was sollen wir tun?“ fragte er, „einfallen lassen, den begonnenen Bau als Ruine, als Schandmahl stehen lassen – oder weitermachen?“ Die Steinwälder gewannen frischen Mut und gingen wieder an die Arbeit. Nach der Währungsreform waren nur noch 3000 DM übrig geblieben. Wieder wurde in der gesamten Bevölkerung gesammelt und gebettelt. Den Restbau der Kirche übernahm nun die Firma Hermannsdörfer aus Thumsenreuth. Die Arbeiter der Baufirma und auch die Bauern der Umgebung mussten kräftig zupacken. Ein Arbeitstag begann oft um halb fünf Uhr morgens und dauert bis abends neun Uhr. Schon im Oktober 1949 wurde der Dachstuhl aufgesetzt und die Kirche kam noch vor dem Winter unter Dach. Mit vielen fleißigen Händen und unter der – oft sehr strengen – Führung von Stadtpfarrer Josef Hofmann vollendete man das Werk.
Am Himmelfahrtstag des Jahres 1950 – es war der 15. August – ertönten zum ersten Mal die drei Glocken aus den 18 Meter hohen Turm. Weihbischof Dr. Johann Baptist Höcht weihte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das neuerbaute Gotteshaus dem Heiligen Petrus. Einer der Messdiener war der damals 15 jährige Wilhelm Schraml, heute Bischof von Passau.
Die Wandmalereien sind wohl das erste, was einen Besucher der Peterskirche ins Auge fällt. Die ganze Kirche durchläuft ein auf die Wand gemalter Kreuzweg von Ossy Treutz (1950), erweitert durch die drei Szenen um den Hochaltar, die sich auf den Kirchenpatron Petrus beziehen: Berufung des Petrus – Menschenfischer – Berufung zum Hirtenamt. Hieran schließt sich thematisch die Figurengruppe über dem aus Granit gemauerten Hochaltar an, die zwischen zwei dem Tabernakel zugewandten Anbetungsengeln die Schlüsselübergabe an Petrus zeigt.

Mutter Gottes auf dem Stuhl
Eine Besonderheit stellt wohl die ebenfalls 1950 geschaffene Mutter-Gottes-Statue auf dem linken Seitenaltar dar. Sie wird eingerahmt von einem geschmiedeten Kranz, von dem ebenfalls geschmiedete Rosen herabhängen. Die Mutter-Gottes sitzt auf einem Stuhl – einem Thron gleich. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Krone. Auf ihrem Schoß hält sie das Jesuskind fest. Sie schützt es mit ihren Händen. Das Kind aber will vom Schoß der Mutter weg, auf den Betrachter zu. Das Kind hält dabei einen blauen Ball in der Hand. Es spielt mit dem Ball und doch hält es ihn sicher in der Hand. Vielleicht ist mit dem Ball die Weltkugel gemeint. Jesus hält die Welt fest in seiner Hand. Er umschließt sie mit seinen Händen
Mehr als ein halbes Jahrhundert erhebt sich nun schon die Steinwaldkirche, fast ein wenig trutzig wirkend, über den Ort Wäldern. Das Bauwerk ist längst zu einem der Wahrzeichen des Steinwaldes geworden.
R. Wellenhöfer – 14.05.2007
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Veranstaltungsprogramm 2011 ist beendet
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