Der Naturpark Steinwald

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Luftbild aus www.oberpfalz-luftbild.de

Eingebettet zwischen Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald wölbt sich der über 900 Meter hohe Granitrücken des Steinwaldes zu einem markanten Landschaftsbild der nördlichen Oberpfalz auf. Die geschlossene Waldlandschaft wird von Nadelbäumen, immer wieder mit schönen Buchenbeständen durchsetzt, geprägt. Aus dem harten Urgestein haben Wind und Wetter steil aufragende bizarr geformte Felsengruppen genagt: Räuberfelsen, Vogelfelsen, Saubadfelsen und viele andere mehr. Auf der Platte, dem 946 Meter hohen Hauptgipfel des Steinwaldes, wurde der Oberpfalzturm erbaut, der einen weiten Rundblick gewährt.
Die dem Steinwald vorgelagerte Basaltkuppenlandschaft um Waldeck mit Waldecker Schlossberg, Anzenstein und Armesberg grenzt den Naturpark nach Westen ab. Die alte von Nürnberg kommende Handelsstraße über Kemnath, Neusorg, Waldershof durch die Eger-Röslau-Senke trennt nach Nordwesten den Steinwald vom Fichtelgebirge. Im Norden reicht der Naturpark knapp bis Marktredwitz und zieht sich im Osten um das Basaltgebiet des Teichelberges herum entlang der Bahnlinie bis Wiesau. Er umfasst im Südosten das ausgedehnte und ökologisch reiche Weihergebiet um Muckenthal und Schönhaid. Die Südgrenze des Naturparkes verläuft beim Naturschutzgebiet „Waldnaabtal“ bis Erbendorf mit dem Naturschutzgebiet „Föhrenbühl“ und endet im Südwesten am Hessenreuther Wald bei Atzmannsberg.
Der Naturpark „Steinwald“ nimmt eine Fläche von 24.645 Hektar ein, er ist damit der kleinste der 16 Naturparke in Bayern. Der im Nordosten Bayerns nahe der tschechischen Grenze gelegene Naturpark ist für die Bewohner der umgebenden großen Städte gut erreichbar: Regensburg im Süden und Nürnberg im Westen liegen jeweils ca. 120 Kilometer entfernt, nach Leipzig und Dresden im Norden und Nordosten sind es jeweils knapp 200 Kilometer.

Flora und Fauna

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Der Granitzug des Steinwaldes ist nahezu geschlossen mit Wald bedeckt. Die Fichten überwiegen, durchsetzt mit Kiefern und Buchen, Bergahorn, Eichen und Tannen. Reiche Krautschichten mit Preisel- und Schwarzbeere bedecken den Waldboden, unterbrochen von dichten Moospolstern, der weißen Blüte des Siebenstern und dem geschützten Rippenfarn. Auf Lichtungen, an Wald- und Wegesrändern sind Fuchs´sches Greiskraut, Habichtskraut und Goldnesseln anzutreffen. Eine stattliche Pflanze der montanen Stufe ist die Verschiedenblättrige Kratzdistel. Sie trägt rote Blüten und hat ihren Namen wegen der unterschiedlich ausgebildeten Blätter, von denen die einen ungeteilt und die anderen gefiedert sind.
Blumenreicher sind die Wald- und Moorwiesen im Steinwald. Kuckuckslichtnelke, Kriechenden Günsel, Thymian und Gewöhnlichem Labkraut, aber auch seltene Arten wie Arnika und Waldläusekraut blühen hier. Auf einigen Wiesen im Steinwald gedeihen aus der Familie der Orchideen die Weiße Waldhyazinthe, das Gefleckte Knabenkraut und das Breitblättrige Knabenkraut. Bei Fuchsmühl konnte eine Wiese mit Knabenkräutern und dem Sumpfherzblatt unter Naturschutz gestellt werden. Die Fläche wird nicht gedüngt und jährlich nach der Samenreife gemäht. Eine Moorwiese im westlichen Steinwald über Trevesen birgt sehr schöne Bestände der Rauschbeere. Das Torfmoos überzieht nasse und moorige Stellen; hier gedeihen Sonnentau, Wollgras, Sumpfblutauge, verschiedene Seggen und Knabenkräuter. Charakteristisch für die nährstoffarmen, moorigen Böden ist das unverwechselbare Borstgras.
An schattigen, kühlen Quellen und Bächen mit hoher Luftfeuchtigkeit wachsen Bitteres Schaumkraut, Hexenkraut und Gegenblättriges Milzkraut. Seine gelbgrünen, runden und schirmartig aufgestellten Blätter sind leicht zu erkennen. Hier haben sich auch die Bachbunge und der gelbblühende Haingilbweiderich angesiedelt, dessen Stängel und Blätter flach dem Boden aufliegen. Im Frühjahr kann man bei den bachbegleitenden Erlen die blasslila blühende Schuppenwurz entdecken, die auf den Erlenwurzeln schmarotzt. Wildtiere des Steinwaldes sind das Rotwild in abgelegenen Waldteilen, Wildschweine, Fuchs, Marder, Iltis und Wiesel. Seit ein paar Jahren durchstreift der Luchs auf seinen Beutezügen den Naturpark.

Wichtige Schutzgebiete

Das Naturschutzgebiet "Föhrenbühl" bei Grötschenreuth

Im Naturpark Steinwald bestehen zwei Naturschutzgebiete: Der „Föhrenbühl“ bei Grötschenreuth umfasst eine Fläche von knapp 34 Hektar und wurde zum Schutz seltener Pflanzen auf Serpentingestein geschaffen. Relikte aus der Eiszeit und der nachfolgenden Wärmeperiode haben sich hier bis heute gehalten, so kommen hier neun Farnarten vor, darunter seltene Streifenfarne. Daneben gedeiht Wacholder auf den Hängen des Föhrenbühl, Zwergbuchs, Schwarzwerdender Geißklee und das Bergjohanniskraut.
Der rund 115 Hektar große Teichelberg dient dem Schutz von Edellaubwald auf einer Basaltkuppe.

Naturdenkmäler: Imposante Felsformationen und Baumgruppen

Besucher erfreuen sich im Naturpark Steinwald auch an den beeindruckenden Felsformationen. Zu nennen sind hier besonders der „Hackelstein“, ein imposantes, ca. 15 Meter hohes Felsgebilde aus Granit bei Fuchsmühl; die „Kuppe des Schloßberges Waldeck“ mit den Überresten einer verfallenen Bergruine und Magerrasen bei Waldeck; der „Armesberg bei Zinst“ mit einer bewaldeten Basaltkuppe und einer denkmalgeschützten Wallfahrtskirche östlich von Kemnath; der „Teufelsstein bei Napfberg“ und der „Franzosenfelsen bei Riglasreuth“, die Quarz-Schiefer-Gruppe liegt unmittelbar an der Straße nach Kulmain.
Außerdem die Geländekuppe des „Kühstein bei Erbendorf“ am linken Ufer der Fichtelnaab mit drei Säulen aus Syenit sowie bei Pechbrunn die Basaltkuppen „Basaltkegel Steinhübel“ und der „Wappenstein bei Pechbrunn“. Das fünf Meter hohe Felsmassiv soll ehemaliger Grenzstein zwischen Bayern und Preußen gewesen sein.

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