Ökologische Aufwertung von Perlmuschelgewässern im Naturpark Steinwald

Artenhilfsprojekt für die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)

Die Flussperlmuschel ist die bekannteste der einheimischen Großmuschelarten. Sie bildet als einzige Schmuckperlen aus, die ästhetisch und auch wirtschaftlich interessant sind. Jedoch weniger als 4% der ausgewachsenen Muscheln enthalten eine Perle. Noch vor einigen hundert Jahren bildete die Flussperlmuschel riesige Muschelbänke in unseren Flüssen, die die Reinheit der Gewässer bezeugten. Heute wird die Flussperlmuschel in der Roten Liste gefährdeter Tierarten in Bayern als „vom Aussterben bedroht“ (RLB 1) eingestuft. Im Landkreis Tirschenreuth sind 2 Restvorkommen der Art bekannt, wobei eines davon hier im Steinwald im Heinbach-Grenzbach-System vorzufinden ist.

Projektgebiet:

Gewässersystem des Hein- und Grenzbaches zwischen Thumsenreuth und dem Steinwaldkamm; 3.800 ha davon ca. 2.500 ha Wald, gesamte Gewässerlänge ca. 50 km.

Auch im Heinbach reduzierte sich der Muschelbestand zwischen 1985 bis 2002 um mehr als 95% sowie im Grenzbach zwischen 1990 bis 1998 um ca. 60 – 74%. Zudem sind die Populationen, wie in den meisten anderen Perlmuschelgewässern, deutlich überaltert.

Hauptrückgangursachen sind:

  • Gewässerversauerung vor allem durch Eintrag von Nadelstreu (Fichten- und Kiefernbestände)
  • Eintrag von Feinsedimenten und Nährstoffen aus der Land-, Teich- und Forstwirtschaft oder aus Siedlungsabwässern
  • Unterberechungen der Fließgewässer verhindern die Wanderbeziehungen von Tierarten u. a. von der Bachforelle, die Wirtsfisch für die Flussperlmuschel ist

Das Projekt:

Das Projekt zielt auf die Aufwertung des Gesamtlebensraumes „Bach“ (Gewässer und Aue) ab, denn Fließgewässer und Aue bilden einen komplexen Lebensraum mit vielfältigen Wechselbeziehungen.
Es soll erreicht werden, dass die Bäche nährstoffarm, sauerstoffreich, sommerkalt und schwebstoffarm sind. Um die Wirtsfischdichte wieder zu erhöhen, ist die Schaffung geeigneter Vermehrungshabitate für die Bachforelle vorgesehen.

Projektbeginn:
2001

Bisher durchgeführte Maßnahmen:

  • Gehölzumbau entlang von Bachläufen in Fichtenwäldern
  • Gewinnung junger Schwarz-Erlen aus dem Projektgebiet und Pflanzung an geeigneten Bachabschnitten
  • Pflanzung von Bergahorn und Esche an geeigneten Bachabschnitten
  • Befestigung von Waldwegen
  • Verbesserung von Übergängen und Furten hinsichtlich Fischgängigkeit
  • Wiederherstellung von Waldwiesen
  • Begleitmaßnahmen: Besatz des Grenzbaches mit infizierten Forellen sowie Aufzuchtversuche von Jungmuscheln in Käfigen
  • Pflegemahd bestehender Wald- und Auwiesen

Trägerschaft:

  • Naturpark Steinwald e.V.
  • der Bund Naturschutz in Bayern e.V. beteiligte sich in den ersten beiden Projektjahren

Finanzierung:

  • Naturpark Steinwald e.V. (BN)
  • Naturparkförderung des Freistaates Bayern inkl. EU-Mittel für Investive Maßnahmen
  • die Allianz durch ihre Umweltstiftung „Aktion blauer Adler“
  • Bayerisches Zukunftsprogramm Agrarwirtschaft und ländlicher Raum 2007 – 2013 aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond (ELER)

Unseren Flyer zum Projekt finden Sie hier

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Veranstaltungen

Aktuelles

31.08.2017

Waldhausfest 2017 am Sonntag, 17. September 2017

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- Gottesdienst um 10 Uhr mit dem Gospelchor „Just for Joy“ aus Kemnath bildet den Auftakt zum Festbetrieb - Wildschweinbraten, Grillspezialitäten, Bio-Burger aus dem Steinwald, Dotsch, Breze mit Käse sowie Kuchenbuffet am Nachmittag - Eine Blaskapelle aus der tschechischen Partnerregion Konstantinsbad, sorgt für die musikalische Umrahmung am Nachmittag. - 13 Uhr: Wanderun zu Felsen und Mooren im Steinwald mit Förster Wolfgang Schödel, Treffpunkt: Eingang Festzelt - Die Roadshow „Digitales Dorf“ wird zu Gast sein und das Konzept der mobilen Nahversorgung, welches im Gebiet der Steinwald-Allianz umgesetzt werden soll, vorstellen. - Für die kleinen Gäste: "Welches Tier ist denn was?! Erratet welches Fell zu welchem Tier gehört - und erkundet in luftigen Höhen den Barfußpfad! [...mehr erfahren]

12.06.2017

Botanisch-Ökologischer Streifzug schon am Sonntag, 18. Juni 2017

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Im Rahmen unseres Jahresveranstaltungsprogramms machen wir am Sonntag, den 18.06.2017 um 10 Uhr Station im Oberteicher Moor. Dipl. Biologe Andreas Kunz wird bei der Führung zum einen auf die botanischen Besonderheiten dieses bayernweit bedeutsamen Moorkomplexes eingehen, wie z. B. Sonnentau, Wollgras und Moosbeere. Zum anderen werden die Teilnehmer auch von seiner Gefährdung erfahren und welche Maßnahmen zur Erhaltung dieses bedrohten Lebensraumes ergriffen werden. [...mehr erfahren]