14 Regeln für Pilzsammler

Zur notwendigen Lebensgemeinschaft des Waldes und zur Nahrung wildlebender Tiere gehören alle Gewächse, auch giftige und eßbare Pize und Wildfrüchte. Daher dürfen Sie nicht beschädigt oder zerstört werden. Hier einige Regeln für alle, die sich aufmachen im Steinwald oder sonstwo Pilze zu sammlen, die es unbedingt zu beachten gilt:

h1. 1 Sammeln Sie nur Pilze, von denen Sie sicher wissen, daß sie genießbar sind. Niemals eine der offenbar nicht auszurottenden "Alten Pilzregeln" befolgen, die viel Unsinn enthalten, wie z.B. "Giftpilze färben beim Kochen Zwiebeln schwarz" oder "Schnecken und Insekten befallen nur eßbare Pilze".

h1. 2 Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie am gleichen Tag verzehren können. Das Anlegen von Hamstervorrären ist heute nicht mehr statthaft.

3

Keine nassen, zerfressenen und unappetitlich riechenden Pilze sammeln, auch wenn diese als eßbar erkannt werden. Überalterte Pilze, zur Sporenstreuung stehen lassen. Stellt man beim Abschneiden eines Pilzes Madenbefall fest, so wird dieser wieder ausgesetzt – Fruchtschicht nach unten. Er wirft so seine Sporen ab und sorgt für gesunde Nachkommen.

h1. 4 Ganz junge Pilze werden stehen gelassen ! (Dies gilt besonders auch für den begehrten Pfifferlingling). Das Sammeln winziger Jungpilze ist nicht nur unergiebig, es zeugt auch von Raffgier und Egoismus! Zudem besteht bei vielen Arten in diesem Stadium die größte Verwechslungsgefahr (z.B. Champingnonarten und giftige Knollenblätterpilze).

h1. 5 Seltene Pilzarten sind unbedingt zu schonen, auch wenn sie eßbar sind. Auf besonders gefährtete und schutzbedürftige Arten, wird in neueren guten Pilzbuchern hingewiesen.

h1. 6 Zerstören Sie nie Pilze, die Sie nicht kennen oder bestimmen können! Erfreuen Sie sich an ihrer Schönheit und gönnen Sie auch anderen diese Freude.

h1. 7 Lassen Sie auch die für Menschen ungenießbaren Pilze stehen. Sie sind oft Nahrung für das Wild, eine Zierde des Waldes und von großer Bedeutung für den Naturhaushalt.

h1. 8 Speisepilze werden vorsichtig aus dem Boden gedreht. Röhrlinge und andere am Standort ganz sicher bestimmbare Arten, können auch abgeschnitten werden. Bodenwunden, die manchmal unvermeidlich sind, werden zugedeckt, damit die Fundstelle nicht austrocknet. Moosdecken, Laubschichten ect. nicht entfernen.

h1. 9 Pilze sofort am Fundort von Erde, Laub und Nadeln reinigen. Schleimige Teile bei einigen Arten (z.B. Huthaut) abziehen oder abschaben.

h1. 10 Pilze sammeln mit Plastiktüten ist unsachgemäß. Die Pilze werden zerdrückt, sie verderben innerhalb kurzer Zeit (Lebensmittelvergiftug droht)! Das beste Sammelgefäß ist der Korb.

h1. 11 Es ist angebracht, sich ein gutes Pilzbuch zuzulegen. Z.B. "Ewald Gerhard - Der große BLV-Pilzführer für unterwegs".

h1. 12 Pilze, die dann zuhause an Hand von Literatur und zur Erweiterung Ihrer Pilzkenntnisse bestimmt werden sollen, getrennt von Speisepilzen aufbewahren. Hierfür genügen 3-4 Exemplare der unbekannten Art.

h1. 13 Jeder Pilzsammler ist der Natur gegenüber verantwortlich. Schonungen, Nistplätze usw. sind zu meiden.

h1. 14 Bei auftretenden Pilzvergiftungen unbedingt und sofort einen Arzt holen!

Martina Franke, Pilzsachverständige

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12.06.2017

Botanisch-Ökologischer Streifzug schon am Sonntag, 18. Juni 2017

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Unser Jahresprogramm 2017 zum Download

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