Biermösl-Blosn mit Polt in der "Steinwald-Arena"

1300 Besucher kommen zum Freiluft-Konzert auf der Burgruine Weißenstein

Schallendes Gelächter, aufbrausender Jubel und frenetischer Beifall schollen am Freitagabend durch den Steinwald, als sich die Biermösl-Blosn und der Kabarettist Gerhard Polt ein Stelldichein auf der Burgruine Weißenstein gaben. Sprühender Wortwitz und eine an Kuriositäten nicht zu überbietende Volksmusik, Respektlosigkeit und geistiger Tiefgang gleichermaßen prägten das rund zweistündige Konzert in den historischen Mauern der fast tausendjährigen Burganlage des Freiherrn von Gemmingen Hornberg aus Friedenfels.

*Mit Klapstuhl und Isomatte* Mehr als 1300 Besucher, darunter zahlreiche eingefleischte Polt- und Biermösl-Fans machten sich auf, beladen mit Isomatten, Klappstühlen und Mückenschutz, um ihre Idole in der sagenhaften Kulisse des Weißenstein zu genießen. Und sie mußten es nicht bereuen. Ein paar Wackere bezogen bereits vor 16 Uhr Stellung, um die besten Plätze zu ergattern. Mit einem Pendelbus trafen nach und nach weitere Zuschauer ein, viele wanderten das kurze Stück auch zu Fuß.

*Steinwaldmusikanten mit böhmischen Schmankerln* Zuerst einmal stimmten die Steinwaldmusikanten aus Pullenreuth, die im Jahr 2010 ihr 50-jähriges Bestehen feiern können, unter der Leitung von Johannes Hecht das Publikum ein. Sie nahmen auf dem erhöht gelegenen Innenhof der Burganlage Aufstellung und verwöhnten die Zuhörer mit böhmischen Schmankerln, Walzern, Polkas und Märschen. Bereits die Darbietungen der Steinwaldmusikanten waren ein musikalischer Ohrenschmaus. Rund um die Burganlage lauschten die Besucher der "Fischerin vom Bodensee", "Rosamunde" oder "Aus Böhmen kommt die Musik".

*Die bösen Buben Bayerns* Schnell füllten sich im Burggraben, auf der für diesen Abend erbauten Plattform und rings um die Burg und auf den Mauern alle Sitzplätze. Dann traten die lang erwarteten "bösen Buben Bayerns" auf. Sie hatten sich gründlich vorbereitet, die Biermösl-Blosn aus dem oberbayerischen Günzlhofen, und nahmen mit ihren Eröffnungsgstanzln die lokalen Größen aufs Korn. Freiherr Eberhard von Gemmingen Hornberg, der "Hausherr" des Weißenstein und Vorsitzende des Naturparks Steinwald, hieß Gerhard Polt und seine musikalischen Freunde auf der Burg willkommen. "So viele Leute waren noch nie hier", meinte er. Gleich aber mußte er sich seine Jagd auf den Prachthirschen ironisch vorhalten lassen, die Lokalpolitiker, unter ihnen Herbert Hahn und Toni Dutz kamen auch nicht ungeschoren davon. Ob Gewerbegebiete oder Automarken, Siemensmitarbeiter oder S(ch)wingerclub's, Lauschangriff, Bär Bruno, gegrillte Weißwürste und das Wallfahrten: zu jedem Thema hatten sie sich Gedanken gemacht. Neben den witzigen, aber oft auch tiefsinnigen, satirischen Texten spielte die Musik eine große Rolle. Gibt es überhaupt ein Instrument, dass die drei Well-Brüder Christoph, Michael und Hans nicht beherrschen? Vermutlich nicht. Von den Castanietten über das Alphorn bis zur Zither, der Tuba, Trompete, Gitarre und dem Akkordeon war, neben vielen anderen, alles vertreten. Schon die Ankündigung eines Divertimento bavarico gelingt zur Lachnummer. Umso sagenhafter die musikalische Aufführung desselbigen. Christoph Well, der Harfe und Trompete studiert hat, überrascht und verblüfft die Zuhörer mit der grandiosen Einzigartigkeit und Perfektion seiner Darbietung auf der Trompete. Auch seine beiden Brüder stehen dem in nichts nach.

*Polt bestens aufgelegt* Dazwischen - oder danach - immer wieder Gerhard Polt. Seine Einblicke in das Wolfratshauser Frühstück von Edmund Stoiber und Angela Merkl, seine Sammelleidenschaft von Wertobjekten der Sonderrolle, nämlich der von Angela "ausgezuzelten" Weißwurstpelle brachten das Publikum zum Lachen. Seine bedeutsamen Betrachtungen des Stellenwertes Bayerns für Europa, seine Philosophie über selbstbewußte Frauen und Mallorca ohne Paella erheiterten ebenso. Natürlich durften im katholischen Bayern, und das schon seit vor Christi Geburt, Seitenhiebe auf kirchliche Würdenträger und die Ausübung des Glaubens, sowie selbstverständlich auf die (schwarze) Politik auch nicht fehlen. Multikulturell präsentierte sich das Musik- und Sprachangebot der Biermösl-Blosn und Gerhard Polt's. Eingebunden in das Konzert wurde natürlich auch das Publikum, ob als Alphornträger, Refrain-Sänger (in Marktredwitz hat's auch geklappt) oder als Mückenabwehr. "Denn die Mücken mögen lieber blaues Blut". Viel begeisterter Beifall verlangte den Künstlern natürlich eine Zugabe ab. Gerhard Polts Gesangskünste und eindeutig zweideutige Tanzakrobatiken läuteten das Ende ein. Wie im Flug war die Zeit und ein kulturelles Highlight auf der Burgruine Weißenstein, bei bestem Sommerwetter, vergangen.

*Text: Claudia Lippert*

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Logistische Meisterleistung

*Eine logistische Meisterleistung erbrachten die Gesellschaft Steinwaldia, die Mitglieder des Naturpark Steinwald e.V., Mitglieder der Bergwachten Marktredwitz und Fuchsmühl, die Mitarbeiter der Güterverwaltung und der Schloßbrauerei sowie zahlreiche Feuerwehrleute aus dem Stadtgebiet von Waldershof, freiwillige Helfer und das Busunternehmen beim Konzert der Biermösl-Blosn und von Gerhard Polt. Ein reichhaltiges Speisen- und Getränkeangebot war für die vielen Besucher vorbereitet worden.Der Vorsitzende der Gesellschaft Steinwaldia, Norbert Reger hatte zahllose freiwillige Helfer aufgeboten, die für einen reibungslosen Ablauf rund um das Konzert sorgten. Auf der Burgruine gibt es nämlich weder Strom noch fließendes Wasser oder WC's. Also musste vieles herangebracht werden. Für die medizinische Versorgung hatte die Bergwacht ein Zelt aufgebaut. Glückerweise war kein Einsatz notwendig. Auf dem Parkplatz in Hohenhard sorgten die Feuerwehrleute für einen geregelten Ablauf. Auch nach dem Konzert packten viele Hände an, um das Bühnenequipment abzubauen und zu verladen, den "Konzertsaal" wieder zu räumen und den zurückbleibenden Müll zu beseitigen. Viel Lob sprachen die begeisterten und zufriedenen Zuschauer den Helfern aus.*

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