Pressemitteilung vom 10. August 2007

Inventur im Wald

Genau so wie ein Ladenbesitzer alle Jahre in seinem Geschäft Inventur machen muss, so machen auch die Bayerischen Staatsforsten regelmäßig Inventur im Wald. Das Waldgesetz für Bayern schreibt eine flächendeckende Bestandsaufnahme der Wälder in Bayern vor. Im Naturpark Steinwald steht heuer wieder eine Forstinventur an.

Rund 23.000 Hektar umfassen die Waldflächen des Forstbetriebes Waldsassen, in dessen Zuständigkeit auch der Steinwald liet. Natürlich kann man hier nicht jeden einzelnen Baum erfassen. Die Forstfachleute bedienen sich hier dem so genannten Stichprobenfahren. Dabei werden exemplarisch bestimmte Punkte im Wald angelaufen und bewertet. Diese Inventurpunkte liegen regelmäßig wie ein Gitternetz verteilt über dem Staatswald. Allein im Steinwald gibt es 800 solcher Punkte. Diese Inventurpunkte wurden vor rund 12 Jahren festgelegt und erstmals erfasst. Damit man diese Punkte im Gelände auch nach Jahren wieder findet wurden damals Magnete als Markierungen vergraben. Heute macht ein Satelliten gestütztes Navigationssystem das Wiederauffinden zu einer Kleinigkeit. Mit einem speziellen Metalldetektor wird der Magnet und damit der genaue Messpunkt im Boden gefunden. Um jeden dieser Inventurpunkte bildet der Forstfachmann einen gedachten Kreis von genau 11,28 Meter Radius. Wenn man genau nachrechnet ergibt dies eine Fläche von exakt 400 Quadratmeter. Auf dieser definierten Bewertungsfläche wird jeder einzelne Baum - vom kleinen Pflänzchen bis hin zum mächtigen Stamm - genau bewertet. Dabei wird die Baumart festgestellt, Stammdurchmesser und Höhe ermittelt sowie das Alter geschätzt. Die Forstleute bewerten außerdem die Qualität der Bäume und stellen etwaige Schäden (Schneebruch, Verbissschäden) fest. Durchgeführt werden die Inventurarbeiten von speziell ausgebildeten Forstfachleuten.

Auch für den örtlichen Revierförster sind die Ergebnisse der Forstinventur sehr wichtig. Schon beim blosem Vergleich der aktuellen Messwerte mit den alten Daten ergeben sich für ihn bereits Anhaltpunkte über die Veränderungen im Wald. Aber erst nach einer genauen Auswertung werden die Ergebnisse den einzelnen Forstbetrieben zur Verfügung gestellt. Diese Daten sind für den Forstbetrieb sehr wichtig, denn sie bilden die Grundlage für Forsteinrichtung der nächsten zehn Jahre. Die Inventurergebnisse sagen wie viel Vorrat an Holz zur Verfügung steht. Danach richtet sich der Hiebsatz der Jahr für Jahr neu festgelegt wird.

R. Wellenhöfer – 10.08.2007

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