Pressemitteilung vom 14. September 2007

Oberpfalz erdgeschichtliche Schatzkammer - Föhrenbühl mit Geo-Gütesiegel ausgezeichnet

Föhrenbühl

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat den Föhrenbühl bei Grötschenreuth mit dem Gütesiegel „Bayerns Schönste Geotope“ ausgezeichnet. „Geotope sind natürliche Archive und Labore, die uns helfen die Gegenwart zu verstehen und zukünftige Ereignisse besser einzuordnen“, erklärte LfU-Vizepräsident Bernd Matthes bei der Verleihung des bayerischen Geotop-Gütesiegels. Bei der Auszeichnung stellte er auch die neue Veröffentlichung „Geotope in der Oberpfalz“ vor. Fachleute des LfU hatten eine Bestandsaufnahme der Geotope in der Oberpfalz gemacht, mit beeindruckenden Ergebnissen: „Mit 650 Geotopen aus 600 Millionen Jahren Erdgeschichte zählt die Oberpfalz zu den geowissenschaftlich reichsten Regionen im Freistaat“, sagte Matthes. „Geotope sind nicht nur wichtige Archive der Erdgeschichte, sondern auch wertvolle Naturschätze, die geschützt werden müssen.“ Matthes betonte, dass Geotope auch für den Tourismus eine immer wichtigere Rolle spielen. Die heutige Auszeichnung des Föhrenbühls in die Top 100-Liste der schönsten Geotope Bayern unterstreiche die Bedeutung der Oberpfalz als erdgeschichtliche Schatzkammer, sagte Matthes beim Festakt in Erbendorf. Mit dem Föhrenbühl sind bislang sieben Geotope der Oberpfalz in die Bestenliste aufgenommen. Ausgezeichnet mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" wurden dort bereits der Burgberg Falkenberg, der Pingartener Porphyr, der Basaltkegel Hoher Parkstein, der Kreuzberg Pleystein, der Schutzfelsen Pentling und die Glimmerschiefer am Osser.

Felsbildungen, Steinbrüche, Quellen, Höhlen und ehemalige Bergwerke – das sind die Orte, an denen Geowissenschaftler die tiefsten Einblicke in die Erdgeschichte gewinnen können. Der besonders vielfältige Untergrund der Oberpfalz und die jahrhunderte alte Bergbaugeschichte haben eine Fülle faszinierender und attraktiver Geotope geschaffen: fast ein Viertel aller im Freistaat bekannten Geotope finden sich dort. Nach Landkreisen gegliedert präsentieren die LfU-Fachleute nun in der neuen Broschüre für die interessierten Laien die 29 wissenschaftlich wertvollsten und attraktivsten Geotope und geben einen kurzen Überblick über die erdgeschichtliche Entwicklung der Region. Erstmals sind die Geotope der Oberpfalz damit kompakt und zusammenfassend beschrieben

Fakten zum Geotop "Serpentinit-Härtling Föhrenbühl"

Der Bergrücken des Föhrenbühls wird von dem Gestein Serpentinit aufgebaut. Es ist das Relikt einer ozeanischen Erdkruste, wie man sie heute z.B. unter dem Atlantik findet. Am Föhrenbühl befinden sich die Überreste eines Ozeans, der sich vor rund 500 Millionen Jahren hier ausbreitete.

Nach der Gebirgsbildung wurde das Gebiet wieder gehoben und durch die gleichzeitige Erosion gelangten die Gesteine wieder an die Oberfläche. Die Serpentinite des Föhrenbühls sind gegenüber der Verwitterung resistenter als die umgebenden Gesteine. Dadurch wurde der Föhrenbühl als Härtling herauspräpariert und bildet heute einen Bergrücken.

Das besondere Gestein bewirkt auch Verwitterungsböden, die sich durch eine besondere mineralische Zusammensetzung auszeichnen. Am Föhrenbühl findet sich eines der wenigen größeren Vorkommen derartiger Böden in Bayern. Auf diesen ungewöhnlichen Böden entwickelte sich ein charakteristischer Bewuchs mit Föhren (Kiefern) und zahlreichen seltenen Pflanzenarten. So kam der Föhrenbühl zu seinem Namen.

Weiterführende Links:

Der Föhrenbühl auf der Webpräsents des Bayerischen Landesamt für Umwelt

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