Von Löwen im Wald und Säuen im Bad

Von Jochen Neumann

Schweine, Löwen und andere „tierische“ Gestalten gibt´s im Steinwald zu sehen. „Die Menschen haben mit ihrer Phantasie schon immer Dinge in den Steinen gesehen.“ Das sagen die Geoparkranger immer wieder den Teilnehmern der Geoparktour in Pfaben mit dem Motto „Von Löwen im Wald und Säuen im Bad.“

Der Geopark Bayern-Böhmen bietet in seinem diesjährigen umfangreichen Programm unter anderem auch etwas „Steiniges“ an. Welche Umgebung ist da besser geeignet, als der Steinwald. Die Geoparkrangerinnen Michaela Hoffer aus Erbendorf und Monika Nickl aus Störnstein entführen die Tourteilnehmer vom Wanderparkplatz in Pfaben auf fünf Kilometer rund drei Stunden lang durch den steinreichen und waldigen Höhenzug. Denn der südwestliche Steinwald ist reich an freistehenden Felsformationen, deren Gesteine vor Jahrmillionen im Inneren der Erde erstarrten, aber Erosion und Abtragung sie zum Vorschein brachten.

„Haben sie manchmal auch das Gefühl, den Wald vor lauter Steinen nicht mehr zu sehen?“ Mit diesen Worten begrüßen die beiden Georangerinnen ihre Gäste. „Der Steinwald ist der südliche Gebirgsteil des Fichtelgebirgshufeisens und durch seine Gesteinsanhäufungen charakteristisch“, sagte Monika Nickl. Woher der Name des gewaltigen Bergrückens komme, dazu konnte sie auch etwas sagen. „Nach Vermutungen von Heimatforschern wurde der Wald vor Jahrhunderten nach der damaligen Burg Weißenstein als Weißensteinwald benannt.“ Sie merkte aber an, dass dies urkundlich bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte.

Auch räumte sie mit einer Streitfrage auf, ob der Steinwald zum Fichtelgebirge oder zum Oberpfälzer Wald zu rechnen sei. „Letztendlich wurde er zum Fichtelgebirge gezählt, weil sich die Steine beider ähnlicher sind als die von Oberpfälzer Wald und Steinwald.“ „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimma.“ Mit diesem Spruch über die Bestandteile des Granits im Steinwald stellte Geoparkrangerin Michaela Hoffer auch das Maskottchen der Tour, den „Graniti Grantler“ vor.

Ausführlich schildern die beiden Tourführerinnen die Entstehung der Granite. „Heute liegen die Granite des variskischen Gebirges an der Erdoberfläche. Dazu waren allerdings mehr als 300 Millionen Jahre notwendig.“ Einen einleuchtenden Vergleich machten beide auch mit mit der Egergrabentektonik und einer Brotkruste, mit ihren Rissen und erhabenen Schollen. „Wir sitzen mit dem Steinwald sozusagen auf einer dieser Schollen“, so Nickl.

Wie die Urgewalten waren, zeigen sich noch heute am Saubadfelsen, an der Zipfeltanne, die auch Steinwaldsphinx genannt wird. Diese Felsformationen werden natürlich auf der Tour mit besucht. Nicht zuletzt wissen die beiden Frauen auch Einiges über die Flora und Fauna rund um die Steine. Den Tourteilnehmern werden selbstverständlich auch Pausen gegönnt, wie am Waldhaus, wo sie im nahen Gehege das Rotwild in ihrem Lebensraum beobachten können.

Die Führung ist auch mit so manchen Sagen gespickt. „Grenzsteinverrücker, feurige Männer, der Hoimann und das Holzfräulein geistern durch den Steinwald“. So weckt Hoffer das Interesse der Teilnehmer. „Wer die Hankerlgrube kennt, kennt auch einen großen Schatz.“ Das wussten schon die Venezianer, die hier nach Erzen gruben. „Auch Drachen gehen um den Weißensteinfelsen“, wusste sie. Wer mehr über diese schönen und schaurigen Sagen wissen möchte, der kann nach Aussage der beiden Rangerinnen gerne bei einer der nächsten Touren dabei sein.

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