27. Mai 2010

Flussperlmuschel als Gallionsfigur

Naturschutzvorhaben auch im Privatwald ein Thema - Tourismus profitiert ebenfalls davon

Friedenfels. (bsc) Auch im Privatwald lässt sich Naturschutz betreiben. Über die verschiedenen Möglichkeiten informierte in einem zweistündigen Abendspaziergang Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. Die Exkursionsteilnehmer wurden dabei vom Zimmerplatz nördlich von Friedenfels über die Riesenschüssel, die Rodungsinsel Harpfersreuth und zurück zum Ausgangspunkt geführt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Naturpark Steinwald.

"Wir sind ein forstwirtschaftliches Unternehmen, das natürlich wirtschaftlich arbeiten muss. Dennoch gibt es unrentable Flächen, auf denen man etwas für die Natur machen kann", erläuterte Baron von Gemmingen-Hornberg eingangs und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass dies natürlich bei einem großen Waldbesitz wohl eher der Fall sei als bei kleinen Waldgrundstücken.

Unrentable Flächen für sein Unternehmen sind beispielsweise die nassen Auenstandorte entlang des Strudel- und Heinbaches, wo Fichtenbestände nach nur 30 bis 40 Jahren dem Wind zum Opfer fielen. Hier legte die Güterverwaltung Friedenfels in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde und dem Landschaftspflegeverband Tirschenreuth Wiesenflächen und Biotopteiche an. Davon profitieren jetzt selten gewordene Libellen, Amphibien und vor allem der Schwarzstorch, der hier regelmäßig bei der Nahrungssuche beobachtet wird. Die Offenhaltung der Flächen wird künftig über das Vertragsnaturschutzprogramm des Freistaates Bayern abgewickelt und die Arbeiten durch das Rote Höhenvieh ausgeführt.

Wie Josef Schmidt vom Biohof Grenzmühle darlegte, handelt es sich dabei um eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, die ursprünglich im Steinwald beheimatet war und nun verstärkt in der Landschaftspflege eingesetzt wird. Auch im Artenhilfsprojekt des Naturparks Steinwald zum Erhalt und zur Wiederansiedelung der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel arbeitet die Güterverwaltung Friedenfels mit.

"Hier stellen wir Uferstreifen entlang der Bäche unentgeltlich bereit, wo zur Reduzierung der Gewässerversauerung Fichten entlang der Bachufer entfernt und durch die standortgerechte Schwarz-Erlen ersetzt werden", betonte Baron von Gemmingen-Hornberg. In der Flussperlmuschel sah der Redner eine Art Gallionsfigur für eine intakte Natur im Steinwald. Am Ende des lehrreichen Spazierganges waren sich die Teilnehmer einig, dass nicht nur die Natur, sondern auch der Tourismus von den Landschaftspflegemaßnahmen profitiert. Neben offenen Bachtälern mit natürlichem Erlenbewuchs tragen besonders auch Felsfreistellungen, wie etwa bei der Riesenschüssel, zur Erhaltung eines abwechslungsreichen und attraktiven Landschaftsbildes bei.

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