Pressemitteilung vom 25. August 2007

Pilzkundliche Exkursion - Schwammerlzeit kommt erst noch

Auch wenn sich zur Zeit Steinpilze, Maronen und Co nur sehr selten blicken lassen, Martina Franke ist sich sicher, dass es heuer noch eine „Schwammerl-Saison“ geben wird. Die Pilzsachverständige leitete eine pilzkundliche Exkursion des Naturparkvereins durch den Steinwald. Und dabei ging es nicht nur um die Speisepilze. Die Expertin wusste auch Vieles über die Zusammenhänge im Ökosystem Wald zu erzählen. So leben Pilze und Bäume in einer Art Partnerschaft. Der Pilz hilft dem Baum bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme und als Gegenleistung liefert der Baum dem Pilz Kohlehydrate für dessen Ernährung. Viele Pilzarten, wie Pfifferlinge oder auch der Steinpilz sind ohne ihren Symbiosepartner nicht in der Lage Fruchtkörper zu bilden. Martina Franke erwähnte, dass Pilze das ganze Jahr über wachsen. Selbst im Winter kann man bestimmte Arten finden. Die Saison der Speisepilze kommt normalerweise in zwei Schüben. Der erste Wachstumsschub war heuer ziemlich früh dran. Martina Franke ist sich aber sicher, dass der zweite Schub noch kommen wird. Die Schwammerlsucher dürfen also noch hoffen. Während der Exkursion wurden über 80 Arten gefunden und bestimmt. Besondere Aufmerksamkeit erweckte bei der Pilzexpertin der Fund einer „Grünen Erdzunge“, einer extrem seltenen Pilzart, die auf der Roten Liste steht. Die Exkursionsteilnehmer schmunzelten über die Namen der gefunden Pilze wie: „Klebriger Hörnling“, „Brandiger Rittlerling“ oder „Säufernase“. Die Pilzsachverständige hatte abschließend noch einige praktische Tipps für alle Schwammerlsucher parat. Pilze – auch die giftigen - sind für die sensible Lebensgemeinschaft Wald enorm wichtig. Daher sollten sie nicht mutwillig beschädigt werden. Martina Franke rät nur solche Pilze zu sammeln, die man sicher kennt. Nicht vertrauen sollte man den traditionellen „Pilzregeln“, wonach z.B. Schnecken nur essbare Pilze befallen. Diese Sprüche sind Unsinn, so Franke. Völlig unsachgemäß ist das Sammeln von Pilzen in einer Plastiktüte. Die Pilze werden darin zerdrückt und sie verderben innerhalb kürzester Zeit. Dabei droht sogar eine Lebensmittelvergiftung. Das beste Sammelgefäß ist der Korb. Martina Franke riet auch dazu sich ein gutes Pilzbuch zuzulegen um schon unterwegs die Arten bestimmen zu können. Mit den richtigen Tipps versehen steht also einer ergiebigen Schwammerlzeit nichts im Wege. h2. Entwarnung bei der Cäsiumbelastung Als im Jahr 1986 der Atomreaktor von Tschernobyl explodierte kam es anschließend in weiten Teilen Bayerns zu Belastungen durch Strontium und des langlebenden Cäsiums 137. Besonders Pilze nehmen diese radioaktiven Elemente auf und speichern sie. Lange Jahre waren deshalb in vielen Gegenden höhere radioaktive Aktivitäten in Pilzen nachzuweisen. Neueste Ergebnisse des Landesuntersuchungsamt in Erlangen sind allesamt weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Nach Meinung von Pilzsachverständigen Martina Franke könne man deshalb eindeutig Entwarnung geben. Der Verzehr von Pilzen sei mittlerweile wieder völlig unbedenklich, so die Pilzexpertin. Roland Wellenhöfer - 25. August 2007

Weiterführende Links:

Regeln für Pilzsammler

Webpräsenz der Deutschen Gesellschaft für Mykologie

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