Pressemitteilung vom 4.05.2007

Projekt zum Schutze des Auerwilds

Was haben Flussperlmuschel und das Auerwild gemeinsam ? Sie können nur in einer völlig intakten Natur überleben. Wo diese Tiere vorkommen, ist also die Natur noch in Ordnung. Von Indikator-Arten sprechen die Fachleute deshalb. Schon seit einigen Jahren läuft im Naturpark Steinwald sehr erfolgreich das Projekt zum Schutz der Flussperlmuschel. Auch dem Auerwild soll jetzt geholfen werden. Der Naturparkverein startete dazu ein eigenes Projekt, dass diesen vom Aussterben bedrohten Vogel, langfristig ein Überleben sichern soll. Vorsitzender Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg stellte bei der Jahreshauptversammlung des Naturparkvereins das Projekt vor.

Die Ursachen für den Rückgang der Auerhühner sind vor allem die Intensivierung der Forstwirtschaft und die zunehmende Beunruhigung durch Touristen. Im Steinwald und im Fichtelgebirge gibt es noch eine – wenn auch sehr spärliche – Population dieser Tierart. „Überleben wird das Auerwild aber nur dann, wenn es uns gelingt seinen Lebensraum zu erhalten“, so von Gemmingen Das Auerwild braucht lichte Wälder mit reicher Bodenvegetation. An ihren Lebensraum stellen die Auerhühner, insbesondere die Auerhennen, die Küken führen, große Ansprüche. Wichtig sei für sie dabei die richtige Mischung aus genügend Nahrungsangebot und gleichzeitig einer guten Deckung. Das Auerwild braucht alte dicke Bäume, dazwischen nachwachsende Verjüngung, um sich darin zu verstecken. Sie brauchen aber auch eine gute Sicht sowie Flugmöglichkeit. Als Bodenvegetation wünscht sich das Auerhuhn möglichst viele Beerensträucher. Und das Ganze sollte vorzugsweise an einem schwach geneigten Hang liegen.

Im Steinwald findet der Auerhahn noch solche Flächen. Um aber diesen Lebensraum zu erhalten, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Forstwirtschaft müsse ihren Betrag leisten aber auch die Jagd muß mithelfen. Von Gemmingen berichtete, dass sich das Auerwild schon durch geringste Störungen beeinflussen läßt. Deshalb appellierte er auch um Verständnis bei Wanderern und Spaziergängern. „Das Auerwild braucht absolute Ruhe im Wald!“ Im gemeinsamen Einvernehmen wurden bereits zwei Wanderwege, die mitten durch das Auerwildgebiet liefen, verlegt. Von Gemmingen dankte den beteiligten Vereinen für das große Verständnis für diese notwendige Maßnahme. In diesem Jahr werden weitere Aktionen folgen, damit sich die Tiere im Steinwald wohl fühlen. Dann gilt es zu hoffen, dass sich das Auerwild wieder vermehrt. „Denn wo sich der Auerhahn wohlfühlt, ist der Wald noch intakt“!

Auerhahn bei der Balz

R. Wellenhöfer – 4. Mai 2007

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