Pressemitteilung vom 5. Juni 2007

Ein Leben am seidenen Faden

Mit dem Regenschirm auf der Jagd nach der Winkelspinne

Faszinierenden Einblicke in die Welt der heimischen Spinnen gewannen die Teilnehmer einer naturkundlichen Exkursion im Naturpark Steinwald. Geschäftsführer Lothar Meister und Robert Mertl vom Naturparkverein konnten hierzu als Referenten Andreas Kunz, Diplom-Biologe an der ökologischen Bildungsstätte Hohenberg begrüßen. Von ihm erfuhren die fast 20 Kinder und Erwachsenen zunächst viel Wissenswertes über den Körperbau, die Lebensweise, die Verbreitung und die Gefährdung der Spinnen. Besonders aufmerksam verfolgten sie seine Ausführungen über die Giftigkeit der rund 40 in Deutschland vorkommenden Familien. Hier konnte Kunz seine kleinen und großen Zuhörer jedoch beruhigen, denn meist ist die menschliche Haut zu derb für die Giftzähne der Spinne. Nur die Wasserspinne und der sogenannte Dornfinger können schmerzhafte, aber nicht gefährliche Bisse hervorrufen. Da diese Arten im Steinwald nicht heimisch sind, konnten sich die Teilnehmer anschließend auf eine gefahrlose Suche nach z.B. Kürbis-, Spring-, Wolfs- oder Winkelspinnen gehen. Dabei wurden Äste und Zweige von Büschen abgeklopft und die Beute in Regenschirmen aufgefangen. Ganz vorsichtig und mit Hilfe eines Pinsels setzte man die Tiere in durchsichtige Schalen und konnte sie dann in den bereitgestellten Mikroskopen betrachten. Hier wurde erst die ganze Vielfalt und Schönheit der Tiere offenbar. Während die Teilnehmer nun zählten, ob die Spinnen wirklich acht Augen haben, die Ohren, die Hörhaare, suchten oder einfach über die Formen- und Farbenvielfalt staunten, erzählte Andreas Kunz immer wieder interessante Details zu den einzelnen Arten. So zum Beispiel, dass das Männchen der Listspinne seiner Braut eine bereits verpackte Fliege schenkt, damit er selber nach der Paarung mit dem Leben davon kommt. Dass die Spinnen als Insektenvertilger dem Menschen wertvolle Dienste leisten wussten die jungen Naturforscher bereits. Dagegen hatten sie noch nichts von der Nützlichkeit der Kamelhals-Fliege gehört, der sie „live“ zusehen konnten, wie sie eine Blattlaus verspeiste. Am Ende zeigten ein paar Kinder, dass sie sich mit den Spinnen regelrecht angefreundet hatten, denn sie ließen eine Winkelspinne auf ihren Händen und Armen krabbeln. Nachdem man alle gefangenen Tiere wieder in die Freiheit und entlassen hatte bedankte sich Robert Mertl bei Andreas Kunz für einen spannenden und erlebnisreichen Nachmittag. R. Mertl – 5.06.2007

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