Steinwald-Portal feierlich eingeweiht

Zu einem „freudigen Anlass“ war Landwirtschaftsminister Helmut Brunner nach Erbendorf gekommen. Er selbst bezeichnete so die Eröffnung des Steinwald-Portals und des waldhistorischen Lehrpfades. Beide seien weitere Mosaiksteinchen, die den Naturpark noch interessanter und vielfältiger machen.

Der Vorsitzende des Naturpark-Vereins, Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg, eröffnete die Feierstunde. „Das Portal ist Informations- und Ausgangspunkt für den Naturpark mit seinen Attraktionen wie Rotwildgehege, Oberpfalzturm und Burgruine Weißenstein“, erklärte er. Nach den Klängen des Zitherclubs Erbendorf nahmen Pfarrerin Gertrud Göpfert und Pfarrer Martin Besold, beide aus Erbendorf, die Segnung vor. Besold sprach Franz von Assisi an. „Seine Naturverehrung hatte einen ganz einfachen Grund: Er liebte die Natur, weil sie Schöpfung Gottes war.“

Wald als Multitalent

Minister Brunner hob in seiner Ansprache die gute Zusammenarbeit der Bayerischen Staatsforsten mit den Ehrenamtlichen des Naturparks hervor. Dank sprach er dem Naturparks-Vorsitzenden aus, den bayerischen Wäldern Multifunktionalität zu. Neben der Schutzfunktion nannte er die Nutzfunktion. Der Wald sei ein vielschichtiges Ökosystem. „Eine grüne Lunge, die unser Leben erleichtert und verschönert.“ Brunner betonte die wirtschaftliche Perspektive. Viele Menschen hätten über Jahrhunderte mit dem Wald ihre wirtschaftliche Existenz verknüpft.

„Der Wald war und ist auch ein Arbeitsplatz, ein Garant für ökologisch nachwachsenden Rohstoff vor der Haustüre.“ Dass der Wald sogar wieder an Bedeutung gewinnt, zeigte Brunner am Beispiel Einfamilienhäuser aus Holz auf. „In Bayern stieg der Anteil dieser Häuser von sieben auf siebzehn Prozent.“ Dies sei noch gering im Vergleich mit anderen Ländern. „Da spüren wir, wir haben noch Luft nach oben“, so Brunner. 

Holz-Renaissance Brunner ging auch auf die Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ein, die im kommenden Jahr 300. Geburtstag feiere. Es sei entscheidend, keinen Raubbau zu betreiben und die Nutz- und Schutzfunktion zu wahren. „Wir predigen Nachhaltigkeit nicht nur, wir leben sie.“ Brunner sprach von der „Renaissance der Holznutzung“, die er mit Zahlen belegte: In Bayern werden mit Holz jährlich 35 Milliarden Euro umgesetzt. „Rund 190 000 Menschen arbeiten mit dem Rohstoff Holz.“ Wald in Bayern bedecke eine Fläche von 2,5 Millionen Hektar.

Holzexperten berechneten nach seinen Worten, dass rund eine Milliarde Festmeter Holzreserve zur Verfügung stehe. „Und pro Sekunde wächst ein Festmeter nach.“

Über die Staatsforsten sagte Brunner, dass viele nach deren Gründung 2005 befürchtet hätten, dass nur noch die Ökonomie zähle. „Dem ist aber nicht so“, versicherte der Aufsichtsratsvorsitzende der Staatsforsten.

Den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales werde Rechnung getragen. Zudem könne sich der bayerische Finanzminister freuen. „In diesem Jahr werden es rund 70 Millionen Euro sein, mit denen so manche Lehrerstellen oder Kinderkrippenplätze finanziert werden.“

„Ein Leuchtturmprojekt, das der gesamten Region gut tut“, nannte er das Steinwald-Portal und den historischen Waldlehrpfad. Es freue ihn, dass der Forstbetrieb als verlässlicher Partner zur Verfügung stand. Der Naturpark Steinwald bleibe Motor für Fremdenverkehr und Tourismus. „Ich bin davon überzeugt, dass unser Geld sehr gut eingesetzt ist.“

Im Anschluss war eine von Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß initiierte Gesprächsrunden zum Thema Wald im Steinwaldhaus anberaumt. „Reiß ist ein echter Volksvertreter, der versucht, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und den Minister gehörig einspannt. Aber das gehört zu unseren Aufgaben“, sagte Brunner augenzwinkernd.

Text: Jochen Neumann

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