Stellungnahme zur Gleichstrompassage "Süd-Ost"

Die Vorstandschaft des Naturparks Steinwald e.V. hat sich bereits in der letzten Vorstandssitzung am 29.01.2014 ausführlich mit der Thematik "Gleichstrompassage" beschäftigt und nachfolgende Stellungnahme beschlossen:

Die Abkehr von der Atomkraft und die damit verbundene Energiewende - hin zu erneuerbaren Energien - war eine richtige Entscheidung. Es ist selbstverständlich, dass die Produktion und der Transport von sogenanntem Ökostrom Veränderungen im gewohnten Landschaftsbild bringen wer-den. Dies darf aber nicht zu einer Zerstörung unserer intakten Natur- und Kulturlandschaft führen. Wir brauchen unsere großen, zusammenhängenden Wälder mit ihrer Artenvielfalt, ihren Hügeln und ihren natürlichen Silhouetten. Wir wollen unsere lebenswerte Heimat und damit unsere Le-bensqualität erhalten. Bei allen Entscheidungen und Maßnahmen ist deshalb unbedingt die Mei-nung der vor Ort betroffenen Bevölkerung vorab abzufragen und zu akzeptieren. Wir wollen ein Mitspracherecht, einen fruchtbaren Dialog im Vorfeld und keine Verordnungen von oben.

Keine Abkehr von der Energiewende

Wir stehen zu der Abkehr von der Atomkraft. Die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien muss aber mit Vernunft und ohne ideologische Brille erfolgen.

Modere Stromtrassen sind notwendig

Wir brauchen ein modernes und zukunftsfähiges Stromnetz. Die aktuellen Ausbaupläne müssen aber vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen nochmals auf ihre Notwendigkeit geprüft werden.

Gegen die derzeitige Trassenplanung spricht aus unserer Sicht:

• Landschaftsschutz (Zerstörung des Landschaftsbildes, Auswirkungen auf Tourismus, usw.)

• Naturschutz (insbesondere der Vogelschutz)

• Gesundheitsschutz - Risiken noch nicht erforscht

• Wirtschaftliche Schäden - Wertminderung bei Immobilien/Grundbesitz

Alternativen

Es sollten auch Alternativen zu bisherigen Trassen(aus)führung geprüft werden

• Unterirdische Trassenführung - entlang von bebautem Gebiet

• Bau entlang von bereits vorhandenen Eingriffen ins Landschaftsbild (z.B. entlang von Autobahnen, Eisenbahnverbindungen oder bestehender Leitungstrassen)

Gemeinsames und solidarisches Vorgehen

Alle von der möglichen Trassenführung betroffenen Kommunen, Verbände, Bürgerinitiativen soll-ten das weitere Vorgehen in solidarischer Weise miteinander abstimmen. Es darf nicht eine Region gegen die andere ausgespielt werden.

Bürgerbeteiligung

Wir treten für ein transparentes Verfahren und für eine deutlich verbesserte Bürgerbeteiligung ein.

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