Von roten Drachen und rauchenden Vulkanen

Auf den Spuren Feuer speiender Vulkane und Drachen wanderten die Teilnehmer einer Geotour rund um die Schadenreuther Platte. Eingeladen dazu hatte der Geopark Bayern-Böhmen in Kooperation mit dem Naturpark Steinwald. Reiseleiter durch ein „heißes“ Kapitel der Erdgeschichte waren die beiden Geoparkragerinnen Michaela Hoffer und Monika Nickl.

Am Glockenturm in Schadenreuth startete die knapp 30köpfige Gruppe zu der Tour. Nach wenigen Schritten stießen die Teilnehmer auf die hier typische rötliche Erde. Michaela Hoffer und Monika Nickl erläuterten, dass es sich dabei um das sogenannte „Rotliegende“ handelt. Entstanden ist dieses Gestein vor rund 260 Millionen Jahren, also vor unvorstellbar langer Zeit. Die beiden Geoparkragerinnen verstanden es ganz hervorragend den Teilnehmern der Geotour mit verständlichen Erläuterungen und mit Hilfe selbstgemalter Bildtafeln einen Eindruck zu geben, wie es damals bei uns ausgesehen hat.

Zu der damaligen Zeit gab es nur den einen riesigen Kontinent Pangäa. Auf diesem Kontinent war es heiß und trocken! Nicht viele Pflanzen kamen mit diesen Bedingungen zurecht. Aber die Tierwelt war bereits sehr vielschichtig. Vom Saurier  über den  Fisch, bis zur riesen Libelle schwirrte Einiges durch dieses Erdzeitalter. Zum Ende dieser Periode wurden die Lebensbedingungen aber immer feindlicher. Hitzewellen und Dürreperioden beherrschten das Zeitalter.

Das heiße und trockene Klima mit wenig Vegetation führten zu einer starken Eisenverwitterung. Diese Eisenoxyde färbten die Erde rot. Die Färbung hat sich bis heute erhalten und dem Erdzeitalter seinen Namen gegeben: Rotliegend.

Michaela Hoffer berichtete von der turbulenten Entstehung  des Superkontinents. Und die Teilnehmer erfuhren dabei, dass es früher bei uns auch Gebirge noch höher als das heutige Himalaya gab. Die Reste dieses sogenannten variskischen Gebirges sind das Fichtelgebirge und der Steinwald. Dann begann der Superkontinent langsam zu zerfallen. Die Bewegungen der Kontinentalplatten brachten Erdbeben und Vulkanausbrüche mit sich. Durch die Brüche in der Erdkruste konnte das Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche gelangen und Vulkane bilden. Die einstigen Vulkane sind längst durch Wind und Wetter abgetragen worden. Übrig geblieben sind nur die Kuppen des Kornbergs und der benachbarten Schadenreuther Platte.

Viel jünger – lediglich 25 Millionen Jahre alt – aber ebenfalls Vulkanischen Ursprungs sind der Rauhe Kulm, der Waldecker Schlossberg, der Anzenstein und der Armersberg, die man von der Schadenreuther Platte aus alle sehen konnte.

Die Gesteine der Schadenreuther Platte sind für Mineraliensammler deshalb so begehrt, weil genau an dieser Stelle Magma an der Erdoberfläche ausgetreten ist. Das Gestein das sich dabei gebildet hat nennen die Gesteinswissenschaftler Rhyolith. Doch gibt es hier auch Halbedelsteine, wie den grünen und den roten Jaspis sowie den Achat.

Nach knapp drei Stunden waren die Teilnehmer regelrecht entflammt von der Erdgeschichte. Dank galt den beiden sympathischen Geoparkragerinnen Michaela Hoffer und Monika Nickl, die es ganz hervorragend verstanden die Thematik anschaulich und für jedermann Verständlich zu erläutern.

Die Legende vom roten Drachen

 Von der Entstehung durch Kräfte aus dem Erdinneren wussten die Menschen von früher noch nichts. Sie erklärte sich die Entstehung der beiden Kuppen ganz anders. Die Legende sagt, dass vor Jahrhunderten in der Gegend ein grausamer Drache lebte. Er tötete aus Freude am Entsetzten der Menschen. Nicht ein noch aus wussten die Menschen gegen den wütenden Lindwurm. So setzen sie eine hohe Belohnung aus, die demjenigen zu Teil werden sollte, dem es gelänge den Drachen zu töten. Lange Zeit traute sich keiner dieses Unterfangen zu. Eines Tages aber kam ein Fremder in die Gegend geritten. Er trug ein langes Schwert bei sich und sprach kein Wort. Er stieg auf den Steinwald, wartete bis der Drache schnaubend und brüllend durch das Naabtal kroch, sprang auf das Ungeheuer und schlug ihm den Kopf ab. Der Schädel des Drachens wurde fortgeschleudert und landete dort wo sich heute Platte und Kornberg befinden. Den Körper des Ungeheuers kann man am Föhrenbühl noch heute erkennen. Als die Menschen dem Fremden jedoch danken und die Belohnung aushändigen wollten fanden sie ihn nicht. Es schien, als hätte er sich in Luft aufgelöst.

 

Text und Bilder: Roland Wellenhöfer

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