14. Oktober 2011

Vortrag in der Infostelle Glasschleife:

Die Kreuzotter und andere Kostbarkeiten: Die Artenvielfalt rund um die Glasschleife im Steinwald.

Zu einem Vortrag mit Privatdozent Dr. Wolfgang Völkl zum Thema Kreuzotter hatte der Naturpark Steinwald in die Glasschleife nach Arnoldsreuth eingeladen. Der Geschäftsführer des Naturpark Steinwald, Ernst Tippmann wies darauf hin, dass die Glasschleife als Informationsstelle für den Naturpark Steinwald stehe. Seit vielen Jahren befasst sich der Naturpark mit verschiedenen Artenhilfsprojekten, die die Flußperlmuschel, Arnika und Feuersalamander und die Kreuzotter zum Inhalt haben. In der Vergangenheit wurde eine Bestandserhebung im Steinwald durchgeführt, denn die Kreuzotter ist eine Leitart. Wo sie leben kann, können auch viele andere Blumen, Pflanzen und Tiere gedeihen.

Äußerst informativ, realitätsnah und vor allem spannend brachte dann Privatdozent Dr. Wolfgang Völkl die Kreuzotter den Zuhörern im wahrsten Sinne des Wortes nahe. "Radlopfer", also auf dem Radweg tot gefahrene Exemplare dienten als Anschauungsmaterial.

Von der verschiedenen Farbgebung von Grau und Braun je nach Geschlecht bis zu den komplett schwarzen "Höllennattern" berichtete der Referent. Die ursprünglichen Lebensräume der Kreuzottern sind Moore und Blockhalden, wie sie im Steinwald am Spitzerberg und Zipfeltannenfelsen zu finden sind. Sie brauchen viel Sonne und freie, "freigefressene" Flächen. Hier leistet beispielsweise der Biber wertvolle Dienste. Waldlichtungen mit Heidelbeersträuchern, breite Waldränder, Steinriegel und Hecken gehören zu den beliebten Aufenthaltsorten. In Erdlöchern, geschützt vor Frost, überwintern die Tiere. Nach der Schneeschmelze kommen sie wieder ans Tageslicht und häuten sich dann etwa Anfang April. Sie machen sich auf zu den Paarungsplätzen und legen dabei eine Strecke von etwa 800 Metern zurück. Dort kann man die sogenannten Kommentkämpfe beobachten, die die Vorherrschaft der stärkeren Mänchen sichern. Nach der Paarung bleiben die Weibchen an Ort und Stelle und stellen alle Aktivitäten, auch das Fressen, ein, bis etwa zweieinhalb bis vier Monate später drei bis 15 Junge lebend geboren werden.

Dr. Völkl ging ausführlich auf das Gift der Kreuzottern ein. Das Herz-Kreislauf-Gift reicht aus, eine Maus zu töten und ist für den Menschen nicht tödlich. Völkl mahnte, nach einem Kreuzotternbiss ruhig bleiben, den Kreislauf nicht belasten und unbedingt einen Arzt aufsuchen.
In den letzten 40 jahren gab es keine Todesfälle bei Menschen durch das Gift der Kreuzotter. Gefährlich kann der Biss allerdings durch eine Infektion werden.Und die muss unbedingt behandelt werden.

Dr. Wolfgang Völkl gab Tipps, was alles für die Kreuzotter getan werden kann, damit ihr Fortbestand im Steinwald gesichert werden kann. Die extensive Nutzung von Grünland durch Beweidung gehört dazu, ebenso wie die Förderung breiter Waldränder, die Erhaltung von Kleinstrukturen mit Böschungen und Hecken und die Renaturierung von Moorstandorten. Danach beleuchtete er die Vorkommen von weiteren Reptilien rund um die Glasschleife. Hier gibt es Zauneidechsen und Waldeidechsen, Blindschleichen, die auch zu den Eidechsen zählen sowie Ringel- und Schlingnattern. Als Perlen im Kreuzotterlebensraum bezeichnete der Referent den Schwarzstorch und das Auerwild. Kleine Schönheiten sind auch verschiedene Tagfalter, die sich um die Glasschleife wohlfühlen, wie etwa das Braunauge und der weißbindige Mohrenfalter. Sie alle lieben helle, magere Waldsäume. Zahlreiche Pflanzen haben die selben Bedürfnisse an ihre Standorte wie die Kreuzotter. Dazu gehören Arnika und Pechnelke, Borstgras, Waldehrenpreis und Waldläusekraut sowie das gefleckte Knabenkraut und der Sonnentau.

Claudia Lippert

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