Windräder zerstören Heimat

Überrascht und auch enttäuscht zeigten sich die Verantwortlichen des Naturparks Steinwald als sie von den Plänen für Windkraftanlagen inmitten der inneren Schutzzone hörten. Die Vorstandschaft hatte sich im vorigen Jahr einstimmig und eindeutig gegen die Herausnahme von Flächen aus dem Schutzgebiet ausgesprochen. Erst vor wenigen Wochen hatte Vorsitzender Eberhard von Gemmingen-Hornberg einen „Brandbrief“ an den zuständigen Umweltminister Marcel Huber geschrieben. Jetzt wurde der Naturpark darüber informiert, dass bei Neuköslarn, Gemeinde Pullenreuth ein 220 Hektar großes Gebiet für die Windkraftnutzung vorgesehen ist. Also nicht irgendwo am Rand des Naturparks sondern im Kern des Schutzgebietes.

Die jahrzehntelangen Bemühungen des Naturparks würde diese Maßnahme ad absurdum führen. Bei der Jahreshauptversammlung sprachen sich die Mitglieder bei einer spontanen Befragung einstimmig gegen jegliche Windkraftnutzung innerhalb des Schutzgebietes aus.

Wir geben hier die Stellungnahme unseres Vorsitzender Eberhard von Gemmingen-Hornberg in Auszügen wieder:

 „Windräder im Landkreis Tirschenreuth und im Steinwald werden zu Recht kontrovers diskutiert.

Dabei sollte vor allem folgendes bedacht werden:

Das größte ,,Problem“, das unsere Region hat,  ist der demographische Wandel, der Rückgang der Bevölkerung durch weniger Geburten und durch Abwanderung. Also ist es auch die größte Herausforderung für jeden (kommunalen) Verantwortungsträger in unserer Region, mit diesem Rückgang der Bevölkerung, den wir wohl nicht aufhalten können, zukunftsfähig umzugehen.

Wir müssen uns darauf einstellen, dass auch im Großraum Steinwald/Stiftland in Zukunft wesentlich weniger Menschen leben werden als heute. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Und: Es werden noch Menschen hier leben, sie werden nicht alle weggehen.

Also hat jeder Kommunalpolitiker die Pflicht, sich für eine positive Zukunft dieser Menschen einzusetzen.

Die (einzige?) Chance, die die in 20 Jahren hier lebenden Menschen haben werden, ist eine zeitgemäße Nutzung der größten Werte, die unsere Region anbieten kann:

Alleinstellungsmerkmal: Landschaftliche Schönheit, Unberührtheit und Ruhe

Wenn die Ballungsgebiete immer weiter wachsen und der Lärm und der Stress dort immer weiter zunehmen, gleichzeitig die Menschen immer älter werden, dann schlägt die Stunde der abgelegenen, intakten, ruhigen Gebiete, dann hat der Steinwald und das Stiftland eine große Chance.

Doch dazu brauchen wir eine intakte Landschaft. Wir brauchen unsere großen, zusammenhängenden Wälder mit ihren Bergen, Hügeln und natürlichen Silhouetten. Wir brauchen eine lebenswerte und liebenswerte Heimat.

Jedes Windrad, ob groß oder klein, ist ein Stachel im Fleisch der landschaftlichen Schönheit.

Windräder zerstören Schönheit, zerstören Harmonie und nicht zuletzt zerstören sie unsere noch intakte Natur- und Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt.

Windräder zerstören das einzige Zukunfts-Potenzial, das unsere Heimat bieten kann. Also zerstören Windräder Heimat und Zukunft.

Niemand will in der Nähe von Windrädern wohnen. Niemand wird in eine Mittelgebirgslandschaft reisen, wenn diese durch Windräder verunstaltet ist.

Jeder Kommunalpolitiker, vom Kreistag bis zum Gemeinderat, muss sich dieser Tatsachen bewusst sein.

Wer jetzt - rechtzeitig - Windräder verhindert, handelt verantwortungsbewusst für das Wohl der Zukunft unserer Heimat.

Wer jetzt den Bau von Windrädern in einer schönen Landschaft fordert - um vorübergehend und vermeintlich Geld zu verdienen - zerstört das lebenswerte und liebenswerte unserer Heimat. Damit zerstört er die Zukunft. Er handelt verantwortungslos.

Gerade der demographische Wandel in unserer ohnehin strukturschwachen Region verbietet für alle, die verantwortungsbewusst denken und handeln, den Bau von Windrädern.“

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